Kaltbaden mit Bernhard: Wie aus einer Idee Regeln wurden – und warum das gut ist
- eisbadenoe

- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 20 Stunden
Bernhard ist schuld. Zumindest teilweise. Wenn heute halb Österreich in Badehose durch Schneefelder stapft und freundlich lächelnd behauptet, dass das „eh gut tut“, dann hat das definitiv etwas mit ihm zu tun – und mit seiner Webseite kaltbaden.at.
Was einmal als Hobby begann („Man könnte es ja mal probieren…“) ist inzwischen zu einer ausgewachsenen Kälte-Bewegung geworden. Und Bernhard steht mitten drin. Er badet nicht nur kalt, er denkt auch darüber nach, was da eigentlich passiert. Und das ist gefährlich. Denn sobald man beginnt, beim Eisbaden zu reflektieren, entstehen Dinge wie die Kaltbaderegeln – entwickelt in Kooperation mit der Kärnten Werbung, die erkannt hat: Das Thema ist größer, als man denkt.

Wenn Leidenschaft Struktur bekommt
Jetzt gibt es also Regeln fürs kalte Wasser. Und so absurd das auf den ersten Blick klingt, so logisch ist es im zweiten. Das Eisbaden boomt, und wenn etwas boomt, passieren zwei Dinge:
Anfänger machen begeistert mit.
Irgendwer übertreibt.
Und das ist exakt der Bereich, in dem Regeln helfen. Nicht, um den Spaß einzudampfen oder die Kälte zu zähmen – das wäre ja langweilig –, sondern um jenen Moment zu verhindern, in dem die Euphorie schneller abzieht als dass du die Badehose anziehst.
Die Kaltbaderegeln erklären, was man wissen sollte, bevor man sich in flüssiges Eis legt: Wie lange, wie tief, wie vorbereitet, und vor allem: Wie gesund. Denn das Einzige, was beim Eisbaden wirklich unvernünftig ist, wäre es unvernünftig zu machen.
Was Bernhard selbst dazu sagt:
"Warum Regeln? Ich mag daran, dass sie Orientierung geben, was nötig ist, wenn man was macht was man noch nie gemacht hat. Weil man anfangs die Empfindungen und Prozesse im Körper nicht einschätzen kann."
Kärnten steigt mit ein
Dass die Kärnten Werbung dabei ist, ist kein Zufall. Die wissen, was sie tun: Kärnten hat die Gewässer, die Kulisse und den Winter – und Eisbaden wird zunehmend touristisch spannend. Nicht als Mutprobe für Social-Media-Futter, sondern als Natur- und Gesundheits-Erlebnis.
Kälte kann etwas, das Wellness nie erreicht hat: sie macht wach, mutig, klar. Und sie verbindet. Beim Eisbaden ist alle cool, weil alle tatsächlich kalt sind – man teilt denselben kurzen Wahnsinn und dasselbe lange Glück danach.
Gemeinsam mit der Österreichischen Wasserrettung, einigen Medizinern und Bernhard wurden Baderegeln fürs Kaltbaden entwickelt – und direkt an mehreren Kärntner Seen angebracht. Ein kleiner Schritt für die Touristik, ein großer für die Sicherheit der wachsenden Eisbade-Community.
Ein Projekt, das die Szene weiterbringt
Für die Community hat das Ganze einen Mehrwert, der weit über „sicher bleiben“ hinausgeht. Regeln machen das Eisbaden zugänglich. Sie senken die mentale Einstiegshürde und öffnen die Kälte für Menschen, die sich sonst nie getraut hätten.
Und ja, es ist auch ein Zeichen dafür, dass Eisbaden in Österreich angekommen ist: Nicht als Extremsport und nicht als Trend, sondern als Ritual zwischen Atmung, Natur und Kopf.
Was wir bei Eisbaden OE daran mögen
Wir bei Eisbaden OE feiern Bernhards Initiative – nicht nur, weil wir ihn mögen (was stimmt), sondern weil es zeigt, wie lebendig dieses Thema gerade wird. Die Szene wächst, lernt, tauscht sich aus. Und statt Geheimwissen oder Heldentum gibt es jetzt Orientierung, Wissen und ein bisschen Demut vor der Kälte. So soll’s sein.
Und jetzt bist du dran.
Regeln lesen, See suchen, Badehose greifen – und rein ins kalte Vergnügen. Die ersten Sekunden sind ein kleiner Schock, die Minuten danach ein großes Grinsen.
Mit den Kaltbaderegeln fällt der Einstieg leichter, und die größte Gefahr ist, dass man danach nicht mehr damit aufhören möchte. Kälte macht nämlich erstaunlich schnell abhängig – nur ohne Nebenwirkungen und ohne Kater.
Und noch ein Tipp, der in der Szene fast heilig ist: zu zweit ist’s schöner und sicherer als allein. Kälte verbindet – im wahrsten Sinne des Wortes.




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