Ice Safety Training: Warum wir uns weiterbilden - für unsere Community und die Kälte
- Isabella Hollentin
- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 19 Stunden
Eisbaden wirkt von außen oft wie eine Mutprobe: rein ins Wasser, durchatmen, raus, lachen.
Wer aber tiefer eintaucht, merkt schnell: Kälte ist ein Element - und Elemente verdienen Respekt.
Für uns im Eisbadeverein Oberösterreich (Ice Froggies) bedeutet das: Wir wollen nicht nur Events organisieren, sondern verantwortungsvoll begleiten.
Dazu gehört Know-how, Erfahrung, Sicherheitsdenken und ein Bewusstsein dafür, wo Grenzen liegen - körperlich, mental und organisatorisch.
Und genau deshalb haben Markus, Marion und ich im November 2025 ein Ice Safety Training für Fortgeschrittene absolviert - im Seminarzentrum Baum, Inzersdorf.
Nicht, um Zertifikate zu sammeln, sondern um uns weiterzuentwickeln - für unsere Community.
Warum Weiterbildung im Kältebereich wichtig ist
Eisbaden ist einfach - aber nicht banal.
Und es ist gesund - aber nicht harmlos.
Die Grenze liegt im Wissen.
Viele Menschen starten heutzutage über YouTube, Podcasts oder Social Media - und das ist absolut großartig.
Wissen soll niederschwellig sein.
Aber wenn man verantwortlich anleiten, Gruppen begleiten, Erstkontakte führen oder Stressreaktionen lesen möchte, braucht es mehr:
✔ Praxis & Erfahrung
✔ Notfallwissen
✔ Körpersprache lesen
✔ Stressmechanismen verstehen
✔ Safety-Prozesse
✔ Reaktion statt Aktionismus
Man merkt schnell: Ice Safety ist kein Trend - sondern Verantwortung.
Erkennen, vermeiden, begleiten, reagieren.
Das Ice Safety Training: Drei Tage Kälte, Theorie, Erfahrung & Präsenz
Das Safety-Wochenende war für Fortgeschrittene — viel Inhalt, viel Selbsterfahrung, viel Präsenz.
Während des Wochenendes waren wir nicht nur im Seminarraum oder im Wasser.
Wir waren Kältewandern, haben mit Wolfgang Lehner ein Erste-Hilfe-Training absolviert, uns gegenseitig im kalten Wasser angeleitet und beobachtet, wie wir als Gruppe gewachsen sind.
Das Programm war umfangreich und flexibel - „kein Programm“ im besten Sinne, weil es sich an der Dynamik der Gruppe orientierte.
Theorie: Stress, Atmung, Physiologie, Rechtliche Aspekte, Didaktik
Praxis: Kältewandern, Wasserübungen, Erste-Hilfe-Szenarien, Atemtechniken, Gruppenführung
Matthias & Bianca – zwei Menschen, die Kälte können
Geleitet wurde der Workshop von Matthias Berger und Bianca Rührlinger – zwei Menschen, die für Kälte mehr sind als Trainer: sie leben das Element.
Matthias Berger

Feuerwehrmann, Unternehmer, Naturbursch – und seit 2015 im Bereich Kälte- und Atemtraining tätig, auch mit und für Wim Hof.
Was Matthias ausmacht, ist die besondere Mischung aus gelebter Praxis, Klarheit und tiefer Naturverbundenheit. Er ist ein Mensch, der nicht nur darüber spricht, sondern ins Handeln kommt – und genau weiß, was es heißt, im Element Verantwortung zu übernehmen.
Seine Praxisbeispiele und Geschichten direkt aus seinem eigenen Leben sind dabei einfach goldwert. Er teilt seine Erfahrungen ehrlich, greifbar und authentisch – und man hängt ihm dabei buchstäblich an den Lippen.
Mehr über Matthias: matthias-berger.at
Bianca Rührlinger
Bianca ist Atem- und Kältetrainerin, zweifache Mama und beruflich in der IT zuhause.
Sie bringt eine sanfte, sichere und zugleich klare Note in den Kälteraum – mit feinem Gespür für Körper, Stress und Mindset. In ihrer Arbeit verbindet sie Atem, Kälte, Präsenz und Empowerment auf eine ruhige, tragende Weise.
Bianca hält den Raum, die Struktur und den Fokus – und schafft damit Sicherheit, Vertrauen und Tiefe.
Mehr von Bianca: instagram.com/einfach.wild.sein
Gemeinsam haben die beiden über 16 Jahre Erfahrung, die sie teilen - mit Herz, Struktur und Witz. Wir waren sehr dankbar, von ihnen lernen zu dürfen.
Wolfgang Lehner – der Profi für Notfälle
Ein echter Gewinn fürs Training war das Erste-Hilfe-Seminar mit Wolfgang Lehner. Wolfgang ist nicht nur Sanitäter, sondern auch Gründer von EMERISIS und bringt jahrzehntelange Erfahrung aus Notfall- und Krisensituationen mit. Er weiß genau, wie man Stress erkennt, richtig reagiert und Sicherheit schafft - im Wasser wie an Land.
Unter seiner Anleitung haben wir geübt, Stresssignale früh zu erkennen, souverän zu handeln und Notfälle sicher zu managen. Für uns als Ice Froggies bedeutet das: Wir können unsere Community noch bewusster, sicherer und entspannter begleiten - vom ersten Sprung ins Wasser bis zum hundertsten.
Mehr über Wolfgang: emerisis.com
Selbsterfahrung: Ice Safety bedeutet auch, sich selbst zu kennen
Sicherheit beginnt nicht im Wasser - sondern im Nervensystem.
Und das zeigt dir die Kälte ohne Filter: Stress, Atem, Fokus, Präsenz.
In den drei Tagen sind wir mehrfach aus der Komfortzone gegangen - bewusst und geleitet.
Kälte zeigt Stress in Echtzeit. Der Atem zeigt, wie wir damit umgehen.
Und ja - der Spaß kam nicht zu kurz
Bei all der Theorie, Sicherheit und Selbsterfahrung kam eines definitiv nicht zu kurz: Freude.
Wir wurden kulinarisch und komplett vegan bekocht (und zwar richtig gut).
Es gab Zeit zum Austausch, zum Lachen, zum Vernetzen - und zum Wellnessen in der Sauna. Wir durften neurogenes Zittern kennenlernen und Sado-Boards ausprobieren - beides Tools, die Körper und Nervensystem auf sehr unterschiedliche, aber spannende Weise ansprechen.
Matthias hat das Programm dabei sehr fein an die Gruppendynamik angepasst. Mal Fokus, mal Tiefe, mal Praxis, mal Integration, mal einfach Sein. Man merkt, wenn jemand nicht nur unterrichtet, sondern eine Gruppe führt und liest.
Was bedeutet das für die Ice Froggies Community?
Ganz konkret:
✔ mehr Sicherheit bei Events
✔ bessere Stress-Einschätzung
✔ klarere Abläufe
✔ bessere Wissensvermittlung
✔ mehr Tools für Atem + Kälte
✔ rechtliche Awareness
✔ Community wächst verantwortungsvoll
Wir wollen, dass Menschen sicher begleitet werden - beim ersten und beim hundertsten Mal.
Unsere Haltung zur Kälte:
Wir möchten, dass Kälte nicht nur spektakulär aussieht, sondern gut tut.
Dafür braucht es Wissen + Erfahrung + Respekt + Humor.
Wir bilden uns weiter - für euch, für das Element und für eine Community, die wächst.





























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